Den Klassiker aller Liebeskummer-Sprüche hat der Römer Catull verfasst: Odi et amo. Zerrissen zu sein zwischen Liebe und Hass ist die innere, Kalt und schneidend die äußere Befindlichkeit, die Lingg exemplarisch in einer Liebesleid-Strophe eingefangen hat. Im Ausschnitt aus einem Trostgedicht hat Morgenstern schon mehr Distanz gewonnen, hofft auf künftigen Segen im Wechsel von Begegnung und Leiden. Was die Dichter mit dem kümmerlichen Ende der Liebe anzufangen pflegen, verrät uns die Strophe eines Trennungsgedichtes von Heine über Jene Flammen...
Gaius Valerius Catullus (84-54 v.u.Z.)
Ich hasse und liebe...
Ich hasse und liebe. Vielleicht fragst du, warum ich das tue:
Ich weiß es nicht, aber spüre es so und ich quäle mich ab.
(aus dem Lateinischen von Wersch)
Hermann von Lingg (1820-1905)
Kalt und schneidend...
Kalt und schneidend
Weht der Wind,
Und mein Herz ist bang und leidend
Deinetwegen, schönes Kind!
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Christian Morgenstern (1871-1914)
Wir müssen immer wieder...
Wir müssen immer wieder uns begegnen
und immer wieder durch einander leiden,
bis eines Tages wir das alles segnen.
Heinrich Heine (1797-1856)
Jene Flammen sind erloschen...
Jene Flammen sind erloschen,
Und mein Herz ist kalt und trübe,
Und dies Büchlein ist die Urne
Mit der Asche meiner Liebe.